Was hat meine Katze Biggs? Degenerative Myelopathie – Sehr selten bei Katzen

Fallbeispiele

An einem Abend im Januar 2023 setzte sich unsere Katze Biggs auf meinen Schoss, schaute mich mit grossen Augen und weit aufgerissenen Pupillen an, fast flehend: „Bitte hilf mir!“ Ich gab ihr fürs Erste die Bachblüten-Tropfen Rescue.

In der gleichen Nacht hörte ich plötzlich einen Knall und stand sofort auf. Biggs ist von ihrem Katzenbaum gefallen. Ich beobachtete sie und sah, wie sie beim Einschlafen zuckte, als würde sie von einem Stromschlag in ihrem ganzen Körper überrascht, der so stark war, dass er sie ca. 30 cm in die Luft spickte. In weitem Bogen landete sie auf allen Vieren am Boden. Das war sehr beängstigend. Auch ihre heftigen Pulsschläge und Zuckungen an verschiedenen Orten in ihrem Körper waren äusserst stressig. Wir meldeten Biggs sofort bei der Tierärztin an.

Laut Ärztin war alles normal, das Blutbild perfekt, die Reflexe etc. klar und normal. Auch auf Schmerzen reagierte Biggs nicht. Sollten wir noch mehr herausfinden wollen, müssten wir im Kantonsspital Luzern ein MRI machen lassen, das aber bei Tieren nur unter Vollnarkose durchgeführt werden kann. Ohne Garantie, dass dabei etwas entdeckt wird. Manchmal ist nur eine Art Schatten sichtbar und man weiss trotzdem nicht, um was es sich dabei handelt. Ist es ein Tumor, eine sonstige Beschädigung oder eine Verletzung? Ansonsten gäbe es die Möglichkeit, ihr Antiepilepktika zu geben, da es sich bei ihren Symptomen vielleicht um eine Form von Epilepsie handeln könnte. Oder falls ich das nicht wünschte, wäre auch CBD-Öl oder Zylkene (Ergänzungsnahrungsmittel gegen Stress) einen Versuch wert. Nachdem weder letztere beiden Mittel noch die Homöopathie Hypericum gegen beschädigte Nerven zu einer Verbesserung von Biggs Zustand geführt hatten, testete ich sie kinesiologisch aus. Auf Tumor zeigte der Test nicht an, Sehnen, Muskeln, Knochen, Gehirnwasser, Rückenmark, genetisch…mhm, was könnte das sein? Wir holten uns eine Zweitmeinung einer anderen Tierärztin ein. Doch auch sie hat sowas noch nie gehört oder gesehen.

Ich googelte nochmals und nochmals, Epilepsie, nein, chronische Schlafstörungen, nein, Degenerative Myelopathie (mehrheitlich Hunde betroffen), Lähmungen an den Hinterbeinen, nein. Ich zog Tierkommunikatorinnen bei, Alpträume, Hüfte, Wirbelsäule, eventuell Impfschäden (habe ja nur die Grundimpfungen machen lassen), andere Gifte…was denn? Biggs frass gut und sah sonst gesund aus. Aber sie pulsierte und zuckte weiter. Im Laufe der Zeit habe ich verschiedene homöopathische Mittel, die ich mit meinem Tierhomöopathen diskutiert hatte, ausprobiert. Ausserdem gab ich Biggs Vitamine B Komplexe für starke Nerven, Magnesium und Calcium und in der dunklen Winterzeit Vitamine D. Später probierte ich auch MSM aus, das natürliche Schwefel zur Regeneration von Muskeln und Gelenke. Nichts von all dem hat leider etwas bewirkt.

Ich telefonierte mit einem Neurologen. Natürlich war mir schon im Vorhinein klar, dass es sich bei Biggs Krankheit um eine Form von Nervenbeschädigung handelt, doch Epilepsie stand definitiv ausser Frage. Ich war verzweifelt.

Ich arbeitete weiter mit Biggs. Am liebsten hatte sie meine Massagen und meine Hände an ihrem Körper, aber auch unsere ausgiebigen Spaziergänge mochte sie sehr. Noch konnte sie gehen, doch Hochspringen ging nicht mehr. Auch ihre Stimme verlor sie bald. Wir verstanden uns trotzdem sehr gut, und sie zeigte sich bei all meinen Versuchen immer sehr kooperativ. Sie mauste weiter, auch wenn sie für ihren Ruf als beste Jägerin in der Gegend nur noch wenige Mäuse fing. Aber das stresste sie schon länger nicht mehr. Mein Tierhomöopath fand für sie ein gutes Mittel, das sie ein bisschen entspannter und zuversichtlicher machte. Oxytocinum, das gleichnamige homöopathische Bindungs- und Glückshormon. Für mich war inzwischen klar, Biggs hat so etwas Ähnliches wie Multiple Sklerose, bei Tieren ist die Krankheit unter dem Namen Degenerative Myelopathie bekannt. Ende Sommer bekam Biggs auch Ataxien. Dabei kam es zu Koordinationsstörungen und sie begann zu torkeln und manchmal fiel sie auf die Seite hin. Ihre Hinterbeine verloren zunehmend an Kraft. Überall stellten wir Bretter für Biggs hin, damit sie ihre tollen hohen Orte noch erreichen und nachts zu mir ins Bett steigen konnte.

Dann startete ich nochmals einen Versuch. Ich rief eine erfahrene Tierheilpraktikerin (www.serpa-sana.ch) für Akupunktur an. Sie war es auch, die mich auf die Vital -und Heilpilze aufmerksam machte. „Der Wunderpilz“ Hericium konnte Biggs leider nicht mehr helfen. Auch wenn die Akupunktur sie anfangs gestärkt und zentriert hatte, schritten die Lähmungen nun zügig voran und uns war klar, das nächste Thema wird sein, Abschied voneinander zu nehmen. Ich konnte meine Biggs mit dem so schönen Gesichtchen, den so wachen gelben Augen und dem zärtlichen Blick nicht euthanasieren lassen. Das ging mir einfach gegen den Strich. Als Biggs sich am Sonntag, den 29. Oktober ein Rückzugsplätzli suchte, war ich dankbar dafür. Ich durfte sie durch alle Sterbephasen begleiten, bis zum letzten Atemzug. Das Sterbefasten ist für die Tiere nämlich der natürlichste und schönste Tod, solange sie nicht an Schmerzen leiden. Meine schöne Biggs, geboren am 16. Juli 2014, ist leider schon am 16. November 2023 gestorben.

Meine Tierheilpraktikerin hat in derselben Zeit einen Hund mit genau der gleichen Krankheit wie Biggs behandelt. Obwohl es mich natürlich sehr freut, dass ihn der Vital- und Heilpilz Hericium hilfreich unterstützen konnte (und dies weiterhin tut), macht es mich gleichzeitig auch traurig: Hätte ich Biggs damit helfen können, wenn ich es früher gewusst hätte?

Bei Hunden ist die Degenerative Myelopathie bekannt, hauptsächlich grosse Hunderassen, wie Schäferhunde, Labradors oder Huskys können davon betroffen sein. Aber bei Katzen ist diese Krankheit so selten, dass kein Arzt bei Biggs die richtige Diagnose stellen konnte.

Die Degenerative Myelopathie ist eine genetische, autoimmune und unheilbare Krankheit. Sie kann ein Leben lang still in einem Körper schlummern oder sich ab dem Alter von 5 Jahren langsam und progressiv entwickeln. Oft ausgelöst durch ein starkes emotionales oder körperliches Trauma kann sie aber auch ganz plötzlich ausbrechen. Auch wenn bei dieser Krankheit keine Chance auf Heilung besteht, ist es mit gezielten Therapien durchaus möglich, ihren Verlauf zu verlangsamen oder allenfalls sogar zu stoppen.

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