Beim Einkaufen von Tierfutter empfehle ich, unbedingt entweder eine Lesebrille bzw. Lupe oder ein Kind mit guten Augen dabei zu haben. Die Zusammensetzung des entsprechenden Futters ist jeweils so winzig klein geschrieben, dass selten jemand auf die Idee kommt, es zu lesen. Schaut nicht auf das Grossgeschriebene, denn das ist pure Werbung!
Ein hochwertiges, ausgewogenes Futter enthält ca. 60% Fleischanteil und ist frei von Getreide- und Zuckerzusatz. Bei einem Tier mit Glutenintoleranz kann ein solcher Zusatz einige körperliche Probleme hervorrufen wie zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden oder Hautveränderungen. Zudem müssen die Tiere viel mehr davon fressen, bis sie satt werden. Auf die Dauer bedeutet das eine Überbelastung für die Leber und die Tiere werden übergewichtig.
Mein Mann kam kürzlich mit einem Päckli Nassfutter nach Hause und sagte: „Schau mal, alles natürlich und Bio!“ Ich holte sofort die Brille hervor und lese: insgesamt 4 % Fleischanteil. Tja, unsere lieben Katzen sind nun mal keine Vegetarier! Bestenfalls findet ihr die genauen Angaben im Internet. Es lohnt sich, sich gut darüber zu informieren. Bis jetzt durfte ich sicher schon insgesamt 40 Katzen und Hunde kinesiologisch austesten und dabei zeigten tatsächlich ca. 80 % dieser Tiere unter anderem Probleme wegen des Futters an. Unglaublich, nicht wahr?
Auch ich fiel einmal auf die Werbung hinein. Da meine Katzen mit Gardien befallen waren, musste ich unbedingt eine Nahrungsumstellung durchführen. Gardien sind Einzelparasiten und nisten sich im Dünndarm unserer Tiere ein. Sie ernähren sich von Kohlenhydraten und vermehren sich dadurch sehr schnell, was zu starken Entzündungen der Magen-Darmschleimhaut führt. Wenn die Gardien im Magen des Tieres keinen Weizen, Reis oder Zucker usw. vorfinden, verhungern sie. Eine Nahrungsumstellung ist jedoch kein Schleck. Habt etwas Geduld, denn das dauert meistens ein paar Wochen. Schliesslich können wir uns Menschen auch nicht so schnell von süssen Leckerbissen entwöhnen. Hochwertiges Futter ist zwar ein teures Unternehmen, aber es lohnt sich. Meine Katzen haben keine Gardien sprich Durchfall mehr, sind viel weniger anfällig auf andere Parasiten wie Würmer oder Milben und haben ein seidenglänzendes, gesundes Fell. Somit sind auch ein paar Tierarzt-Rechnungen weniger zu begleichen.
Sicher, die natürlichste Nahrung für Katzen sind immer noch Mäuse. Eine Maus besteht aus 58 % Fleischanteil und dem lebenswichtigen Taurin. Im Magen enthält sie ausserdem auch Pflanzenreste wie Gräser, Blätter, Stängel, Knospen, Klee etc. Eine Katze frisst ausser der bitteren Galle meistens die ganze Maus mit Haut und Haar, das heisst Fell und Knochen. Aber was machen, wenn nicht alle gerne Mäuse fressen, wenn der Boden über Wochen festgefroren oder die Katze ein Stubentiger ist? Ich war diesen Winter nahe dran, für eine meiner Hochleistungssportler-Katze im Jagen ein paar Mäuse zu kaufen. So deprimiert war sie.
